Wurzelkanalbehandlung

 

Bei starker Karies haben Bakterien das Zahnmark („den Nerven“) erreicht und infiziert.
Diese Entzündung äußert sich mit ziehendem Schmerz oder Schmerzen auf Warmes und Kaltes. In späteren Stadien vermittelt der Zahn das Gefühl herausgewachsen zu sein und ist sehr druckempfindlich. Manchmal ist die Entzündung aber auch noch nicht so weit, dass sie Schmerzen verursacht.

 

Es gibt zwei Möglichkeiten, einen solchen infizierten Zahn zu behandeln:

1. Den Zahn extrahieren
2. Zu Versuchen, den Zahn durch eine Wurzelkanalbehandlung zu heilen

Vor Beginn einer Wurzelkanalbehandlung wird der Zahn geröntgt, um mehr Informationen über den Entzündungsgrad zu erhalten. Gleichzeitig erhält man alle anatomischen Informationen über Wurzellänge und -verlauf.
Zunächst wird mit dem Bohrer ein Zugang zum Zahnmark geschaffen und die Öffnungen der Wurzelkanäle werden dargestellt. Bei stark verengten Kanälen sind die Wurzelkanaleingänge oft nur sehr schwierig zu finden. Anschließend wird das Gewebe im Kanal mit einer speziellen Nadel schmerzfrei entfernt.
Bevor die Aufbereitung des Kanalsystems erfolgen kann, ist es wichtig, die Länge der Wurzelkanäle exakt zu bestimmen, um zu verhindern, dass die Instrumente über die Wurzelspitze hinaus geschoben werden, aber auch, um zu gewährleisten, dass die Kanäle in ihrer gesamten Länge aufbereitet werden. Zu diesem Zweck wird ein Röntgenbild angefertigt.

 

Nachdem die Länge feststeht, ist es jetzt möglich, entweder von Hand oder elektromechanisch die Kanäle zu erweitern und zu reinigen. Nach jedem Arbeitsschritt wird der Kanal mit einer desinfizierenden Lösung gespült. Sterile Papierspitzen trocknen die aufbereiteten Wurzelkanäle, um sie für eine Wurzelfüllung vorzubereiten.

 

Der Wurzelkanal kann jetzt abgefüllt werden. Als Material werden dünne Stifte verwendet, die exakt in die Kanäle passen. Um keine Zwischenräume entstehen zu lassen, beschickt man diese mit einer Wurzelfüllpaste.
Nach dem Abfüllen wird zur Kontrolle der korrekten Lage der Wurzelfüllung ein letztes Röntgenbild angefertigt.

 

Der Zahn wird jetzt provisorisch verschlossen. In den nächsten Tagen können leichte Beschwerden auftreten, die aber in der Regel nach 2-3 Tagen verschwinden. Erst wenn der Zahn völlig beschwerdefrei ist, kann er versorgt werden. Eine normale Füllung reicht aber nicht mehr aus, um den stark ausgehöhlten und bruchgefährdeten Zahn dauerhaft zu stabilisieren.
Die Standardversorgung für einen solchen Zahn ist eine Krone mit einem im Wurzelkanal verankertem Stift. In vielen Fällen können wir aber heute eine moderne Methode anwenden, bei der die fehlende Zahnsubstanz direkt durch plastische und im Mund gehärtete Keramik rekonstruiert wird.

Welche Möglichkeiten es für Ihren Zahn gibt, sollten wir in einem persönlichen Gespräch klären.